India 2016
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India Diary 13 | Jaipur | Die rosane Stadt

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So cool, dass wir gestern Abend doch das ( kleinere) Zimmer im Erdgeschoss genommen haben. Es ist quasi in der Mitte des herrschaftlichen Innenhofes . 5 Meter in den Pool und 15 Meter zum Restaurant.  Unsere Zimmertür bleibt offen stehen und wir fühlen uns wie zu Hause. Das erste Frühstücksbüffet, seit dem wir in Indien sind in einem wunderschönen Saal mit Bildern der Mahardschas, Kronleuchtern, Buntglasscheiben über den großen Glastüren und die Kellner tragen alle Paisley-Kurtha und gelb-rot-gestreiften Turban! Die Jungs springen noch kurz in den bezaubernden Pool und dann holt Ali uns ab und fährt uns in die „rosane Stadt“ .Innerhalb der alten Stadtmauern sind die Häuser alle lachsfarben angemalt. Jaipur ist erst 1720 gegründet worden. Viele Häuser haben statt Fenstern diese kunstvoll gemusterten steinernen Gitter. Beeindruckende Architektur! Auf einer nahegelegenen Hügelkette liegt ein Fort mit einer ewig langen  Mauer, das sogenannte Nagarth Fort oder auch TigerFort. Vielleicht fahren wir da noch auf und schauen auf die Stadt…
Wir schauen uns den Stadtpalast und das 200 Jahre alte Freilicht-Observatorium daneben an. Im Stadtpalast, sehr lustig, gibt es die größten silbernen handgemachten Gefäße der Welt, die der Mahardscha für seine Reise nach England Ende des 19. Jh. mit Gangeswasser füllen und mitnehmen ließ- 2x je 9000l- , weil er dem englischen Wasser nicht über den Weg traute. Ein paar wunderschöne Details, metallisch lasierte -gekachelte und mit Glas- und Spiegel-Mosaik verzierte Torbögen (in einem davon sitzen wir auf dem Foto) mit verschiedenen Mustern- oft mit Pfauenornamenten-, ganz hübsche Marmor-Palisaden und wieder diese kunstvollen Marmor-Gitter, die als Fenster fungieren. Die Waffenkammer beeindruckt die Jungs sehr. Und mich ehrlichgesagt auch. Edelstein- und Entarsien- verzierte Dolch- und Schwertgriffe, Damaszenerstahlklingen, und ausgeklügelte frühe Schusswaffen, die ebenfalls von höchster Kunstfertigkeit zeugen. Ein paar dieser Sachen habe ich noch nie gesehen- Griffe aus Halbedelsteinen-durchsichtig wie Glas-dann aber noch mit Edelsteinen besetzt z.B. . Oder Bogenschützenringe aus Halbedelsteinen und ( davon bin ich immer beeindruckt) Kettenhemden. Ich liebe die Handarbeit dahinter. Ein Grund, warum ich immer noch einen dieser teuren Austernhandschuhe will:).
Besonders Glenn ist beeindruckt vom Observatorium Januar Mantra und seinen einfallsreichen Instrumenten. Mit der weltgrößten Sonnenuhr kann man die Zeit bis auf 2 Sekunden genau feststellen- wir sind aber zu doof, rauszufinden, wie und haben keine Lust auf einen Guide. Die in der Erde eingelassenen Halbkugeln zeigen Jahr, Tag, Zeit und Sternkreiszeichen an und können angeblich auch etwas über die Heftigkeit des Monuns aussagen. Krass.
Reicht schon wieder mit Sightseeing. Auf einem Hoteldach gibt es laut meinem Reiseführer Nutella-pfannkuchen, worauf die Jungs voll Lust haben. Da fahren wir hin! Neo darf die Rikshaw fahren:), Glenn auch mal, voll süß, weil es ihm echt Spaß macht. Dann wieder Neo. Jeder kriegt 2 Pfannkuchen und ich ein Thali und dann Pause in unserem Hotel…. Es ist drei, die Kinder wollen in den wunderschönen Pool und malen (und YouTube, aber der schlechte  Internet-empfang wird ihm da einen Strich durch die Rechnung machen) und nicht, wie ich auf den Bazar. Ich fahr mit Ali auf den Bazaar!!! :))) In 2 1/2 Stunden bin ich wieder da. Ich brauche Geld, will meinen neuen Seidenschal noch einfassen lassen und will meinen gebrochenen Ohrring reparieren lassen. Jaipur ist DIE Stadt für Kunsthandwerk, also wo, wenn nicht hier. Allerdings dauert in Indien alles laaaaange. 5 ATMs ausprobieren, bis ich Geld bekomme, immer viiiiel Verkehr und meist wird einem, wenn man etwas will, ein Stuhl und ein Chai angeboten- was total nett ist, aber wenn man nur ein Hotelzimmer mit Creditkarte bezahlen will, oder einfach seinen Ohrring abgeben, gehen und in 2 Stunden wieder abholen will, beginnt man, diese Geste zu fürchten. Am Ende habe ich knapp eine halbe Stunde auf dem Bazaar, um mal einen Eindruck zu bekommen, was was kosten und was es gibt und meinen Schal fasse ich irgendwann selber ein…. Rajasthan ist berühmt für seine schönen block-bedruckten Textilien, und Bindebatik. Ich kaufe nichts, aber bin schon mal angefixt und es ist so schön zu laufen!!!! Die Jungs haben da gerade keine Lust drauf und ich bin sehr froh, dass sie mich alleine gehen lassen, beziehungsweise alleine im Hotel bleiben. Danke Jungs!!!
Zurück im Hotel machen wir es uns gemeinsam am Pool gemütlich. Ich lese vor und wir genießen das Abendlicht.
Remo , Glenn, Neo und ich machen uns bereit, um mit Ali in Bahnhofs Nähe noch das Streetfood zu checken. Neo klagt über immer dollere Bauchschmerzen und ich beschließe, dass wir doch im Hotel bleiben und dort essen( was ok, aber mau und teuer ist). Wir machen noch eine Dämmerungserkundung im Hotel, durch die vielen verschlungenen Treppenaufgänge, auf Innen- und Zwischenhöfe , durch Prunksäle rauf aufs Dach, von wo wir unzählige Drachen vor dem pastellfarbenen Himmel tanzen sehen, währen der Mond als ganz dünne Sichel über uns steht. Verdammt schön.
Noch während wir Getränke bestellen, kotzt Neo im hohen Bogen ( 🙂 in die Büsche) und ichhusche mit ihm in unser Zimmer, weil es auch unten raus muss. Das waren die Pfannkuchen, sagt er. Aus meiner Erfahrung ist es übrigens fast immer Hotelessen, nie das Strassenessen. Yeay, ich habe Windeln für ihn dabei, was er Gott sei Dank gut findet! Jetzt ist es raus und er will was essen! Gutes Zeichen. Bei der Pasta verlässt ihn zwar der Mut- auch gut- aber das scheint´s gewesen zu sein. Wobei mir auffällt, dass die Erkältungen alle weg sind!!!

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Der Frühstücksraum.

Der ist wirklich bezaubernd.

Der wirklich bezaubernde Pool. Man achte auf die Spiegel-Mosaik-Pfauen in den Bögen der Pavillons. Solche will ich auch mal haben!!!

Typische Jaipur-Architektur...

Typische Jaipur-Architektur…

...die Hügelketten ringsum....

…die Hügelketten ringsum….

Im Stadtpalast.

Im Stadtpalast.

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König Ludwig hätte an dieser Verspieltheit seine wahre Freude gehabt.

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Sonnenschein.

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Cooles Foto, finde ich. Und diese Kacheln!!!

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Oft will ein Inder mit den blonden Jungs fotografiert werden, worauf sie natürlich nicht immer Lust haben und ich meistens Nein sage, aber bei den 2 Palast-Wachen hat sich´s zumindest farblich gelohnt, Ja zu sagen,  finde ich. Die Mienen der Jungs sprechen Bände…:)

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Die größte Sonnenuhr der Welt! Im Jantar Mantar, einem fast 200 Jahr alten Observatorium. Glenn:“Wenn Indien mal Geld braucht, mache ich hieraus einen Skaterpark!“ 🙂

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Man kann die Zeit bis auf 2 Sekunden genau ablesen!!!

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Uhrenvergleich.

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Wahnwitzige Instrumente zur Himmelsbeobachtung.

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Da ist ein Kreuz aus Draht drübergespannt, an dessen Schatten man Sternkreiszeichen, Jahrestag und Zeit ablesen kann. Sogar den Monsun Voraussagen.

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Von unten begehbar.

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Nicht schlecht…

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…Herr Specht. Danke Ali!

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Die 4 Erkerfenster hinten links im Erdgeschoss sind unsere!

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Mit Dir geh ich jetzt baden!

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Die Eingangstür von Zimmer 105!

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Intarsien!!!!

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Liese Spiegelmosaike!!!

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Eine solche Pracht.

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Auf unserer Erkundungstour durchs Hotel.

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Ein riesiger Frangpanibaum in einem Innenhof.

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Von meinem Hinmelbett aus gesendet.

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